Die aktuellen Zahlen des BKA zu sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen sind seit vorgestern da: Die Fallzahlen bei Sexualdelikten sind 2025 in vielen Bereichen gestiegen, gerade auch online. Cybergrooming und Sextortion sind noch nicht einmal als Straftaten anerkannt und werden nicht mitgezählt noch bekämpft, obwohl laut Aussage von Kerstin Claus, der unabhängigen Beauftragten gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, jede/r dritte Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren von Cybergrooming betroffen ist. Die Zahlen zeigen deutlich, dass viel zu wenig gegen sexuelle Gewalt von Kindern und Jugendlichen getan wird. Und das Dunkelfeld ist noch viel größer . Dass 97% der Gewalttäter männlich und 80,8% deutsch sind, spricht eine deutliche Sprache. In der Altersgruppe der 6- bis 13-Jährigen ist der Anteil weiblicher Opfer mit 75,1 % höher als der entsprechende Anteil in der Altersklasse unter 6 Jahren (66,3 %). Besonders gefährdet sind auch Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen oder mit Fluchterfahrung. Ich bin so wütend! Und all diese Kinder und Jugendlichen werden mit diesem Leid leben müssen (und gleichzeitig werden Psychotherapieleistungen gekürzt). Unfassbar. Klick!
Persönliche Anmerkung:
Auch wenn der Begriff „Sexueller Missbrauch von Kindern“ noch geläufig ist, ist es meiner Meinung nach notwendig, wenn er umbenannt wird in „sexuelle oder sexualisierte Gewalt gegen Kinder“. „Missbrauch“ ist verharmlosend und impliziert, dass auch einen angegemessen „sexuellen Gebrauch von Kindern“ gibt. Ebenso ist der Begriff „Kinderpornografie“ verharmlosend. Jedwede sexuelle Handlungen an oder mit Kindern sind Gewalt. Und diese Gewalt muss auch so benannt werden.
